Nach Beendigung des Krieges im Frühjahr 1945 fanden sich Sportkameraden zusammen, mit dem Ziel den Sport- und Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Es gab auch schon vor dem 2. Weltkrieg einen Turn- und Sportbetrieb hierüber liegen leider keine Unterlagen mehr vor.

Am 28.08.1946 wurde bei der damaligen Behörde ein Antrag auf Genehmigung des Vereins TSV Kirchheide gestellt. Am 01. Oktober 1945 kam die positive Nachricht des damaligen amtierenden Bürgermeisters. Die Gründungsversammlung fand am 06.10.1945 statt. Der erste Vorstand setzte sich zusammen aus folgenden Sportkameraden: Stefan Hagelmann als Vereinsführer, ferner die Sportkameraden Gustav Tünnermann, Ernst Stockhus und Gustav Edler.

Bei dieser ersten Versammlung wurden auch bereits die Damen mit einbezogen. Es wurde über die Aufstellung einer Damenriege debattiert, konnte aber nicht zum Abschluss gebracht werden. Des Weiteren wurden die Beiträge festgesetzt. Dieser betrug damals für Erwachsene 0,50 RM / Monat und für Jugendliche 0,30 RM / Monat

Ungenügendes und unentschuldigtes Fernbleiben von Versammlungen wurde zur Aufbesserung des Kassenbestandes mit Strafgeld belegt.

In dieser Zeit wurden von verschiedenen Seiten Stimmen laut über eine Zusammenlegung des früheren Vereins VfB Matorf mit dem TSV Kirchheide. Dazu muss gesagt werden, dass in der damaligen Nachkriegszeit von der englischen Besatzungsregierung in einer politischen Gemeinde nur einem Sportverein die Genehmigung erteilt wurde.

Am 23.10.1945 fand im Kirchheider Krug eine Zusammenkunft verschiedener Vereins- und Vorstandsmitglieder des TSV Kirchheide und Mitgliedern des ehemaligen VfB Matorf statt. Das Ziel aller Anwesenden war, einen Zusammenschluss beider Vereine zu erwirken. Über die Bezeichnung des Vereins einigte man sich auf TSV Matorf – Kirchheide.

Am 27.10.1945 fand im Kirchheider Krug die Gründungsversammlung des TSV Matorf-Kirchheide statt. Es wurde davon ausgegangen, dass dieser Verein in der Gemeinde ein Bestand von Dauer haben sollte. In dieser Versammlung wurde eine Damenriege ins Leben gerufen, die 1x wöchentlich turnte. Der Sportplatz des Vereins war in Matorf. Auch die Trikotfarbe wurde geklärt:

1. Senioren in grün-weiß
2. Senioren und Jugend in blau-weiß

Im Jahre 1946 übernahm Adolf Emminghaus den Posten des 1. Vorsitzenden. Der Spielbetrieb wurde aufgenommen; Transportmittel waren Fahrräder und LKW’s, die mit Holzkocher angetrieben wurden. Zahlungsmittel hierfür waren Hühnereier u.ä. Sportkameraden aus Entrup und Luhe schlossen sich dem Verein an. Im Jahre 1948 übernahm Wilhelm Pivit den Vorsitz im Verein.

Die Fußballer erlebten ihren ersten Höhepunkt; man scheiterte um 1 Punkt am Aufstieg in die damalige Bezirksklasse. Tischtennis wurde zu dieser Zeit als Hobby betrieben. Politisch tat sich im Jahre 1948 einiges. Es wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet, die Währung wurde umgestellt auf harte DM. In diesem Jahr fand auch die Wiedergründung des FC Union Entrup statt. In der Folgezeit verließen die aus dem Raum Entrup kommenden Sportler unseren Verein wieder.

In dieser Zeit musste der Verein seine erste Bewährungsprobe bestehen. Rücktritte und somit Neuwahlen bei der bei jeder Mitgliederversammlung waren an der Tagesordnung. Es musste eindringlich an das Zusammengehörigkeitsdenken appelliert werden. Ab 1948 fanden die ersten Sportfeste über 2 Tage statt. An den 2 Abenden war jedes Mal Tanz, samstags in Bredaerbruch, sonntags im Kirchheider Krug.

Im Tischtennis- und Turnbetrieb kam wieder Bewegung, aber fehlte an geeigneten Übungsleitern. Der Leistungsstand im Fußball ging zurück. In Sachen Sportplatz tat sich in der Mergelkuhle einiges. In mühsamer Handarbeit, als Transportmittel wurden Loren eingesetzt (wie heute noch auf Ziegeleien), wurde hier ein Sportplatz erstellt.

Diese Arbeiten wurden von der politischen Gemeinde Matorf veranlasst. Es wurden Aufschüttungen bis zu max. 6 Meter gemacht. Nach Fertigstellung von ca. 50 % der Fläche wurde eine Teileinweihung gefeiert mit Kirmesbuden, Schießbuden etc.. Der Gewinn kam dem restlichen Sportplatzbau zugute. 1951 fand das 1. Sportfest in der Mergelkuhle statt.

Im Oktober des Jahres fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Der VfB Matorf strebte seine Wiedergründung an; hierdurch schieden nach und nach die Mitglieder aus Matorf, Bredaerbruch und Brüntorf aus. 1952 fand eine Namensänderung statt. Der Verein hieß aufgrund der vorgenannten Austritte: TSV Kirchheide

Die Fußballer aus Kirchheide und Matorf trafen im Jahre 1953 in 2 Entscheidungsspielen um den Aufstieg in die 1.Kreisklasse aufeinander, diese gingen damals zugunsten des VfB Matorf aus.

1954 wurde Fritz Emminghaus zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. Wilhelm Pivit wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt. In dieser Zeit fanden Frühjahrsläufe statt, an denen immer Sportler vom TSV Kirchheide teilnahmen. Im nächsten Jahr musste schon wieder ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Fritz Emminghaus verzog aus beruflichen Gründen. Alfred Teichmann wurde als ersten Vorsitzenden ernannt.

Ab 1956 drehte sich das Karussell im Vorstand, wieder gab es oft Rücktritte. Hier fassten dann die Ehrenvorsitzenden Willi Pivit und Julius Krüger in das Vereinsrad und brachten es mit jüngeren Spielern wieder in Schwung. Im Jahre 1958 wurde Georg Kehde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Im weiteren Vorstand waren unter anderem die Sportkameraden Herbert Emminghaus, Alfred Teichmann, Julius Krüger, Edwin Vossler und ab 1960 Friedel Schiller.

Diese Sportkameraden haben viele Jahre dem Verein in der Vereinsarbeit die Treue gehalten. Im Fußball schaffte die 1. Mannschaft den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. In diesem Jahre wurden für den Bau des Sporthauses die Unterlagen erstellt und mit den Bau begonnen.

Bisher musste man sich am Platz, hinter eventuell vorhandenen Sträuchern, umkleiden und das Zeug ungeschützt im Freien liegenlassen.

Die Fertigstellung und Einweihung des neuen Sporthauses erfolgte im Mai 1959. Die damalige Ausstattung war schlicht und einfach; man wusch sich mit kalten Wasser. WCs waren ohne Spülung.

In der 1. Kreisklasse hielt sich die 1. Fußballmannschaft 2 Jahre, dann musste man wieder in den tieferen Klassen spielen. Die Damenturnabteilung wurde 1962 wieder aktiver. Frau Johanning aus Hohenhausen wurde als Übungsleiterin verpflichtet. Ferner zog das Ehepaar Stalter nach Kirchheide und schloss sich dem TSV Kirchheide an. Der Name Stalter war in lippischen Turnkreisen ein Begriff.

Im Jahre 1963 wurde bei der TT- Abteilung der Spielbetrieb aufgenommen, sodass diese Abteilung im Jahre 1988 auf ein 25- jähriges Bestehen zurückblicken kann. Über den Bau einer Turnhalle in Versammlungen des Vereins diskutiert und dem Gemeinderat vorgetragen. 1967 wurde am Sportplatz die noch heute bestehende Flutlichtanlage – in Eigenleistung – gebaut. Die Masten wurden vom Sportkameraden Fritz Emminghaus hergestellt. Diese Anlage war damals die erste im Umkreis.

Zum Andenken, an dem im Jahre 1967 verstorbenen Ehrenvorsitzenden Willi Pivit, wurde ab 1968 in den darauffolgenden 5 Jahren ein Gedächtnispokal ausgespielt; gestiftet vom Neffen des Verstorbenen, F. Emminghaus

1969 schaffte die 1. Mannschaft den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Am 29.8.70 wurde das 25 – jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Ein Fußballspiel der Aktiven von 1945- 1950 gegen die Aktiven von 1950- 1955 eröffnete das Jubiläum, Ab 18. 00 h war im Kirchheider Krug ein Festprogramm angesetzt, unter Mitwirkung des Taller Spielmannszuges und der aktiven Abteilung des Vereins, mit anschließendem Tanz.

Das Kinderturnen wurde aus der Taufe gehoben. Hier zeigte sich Frau Brendel besonders aktiv mit den Kleinsten. Ab 1972 erhielt das Frauenturnen einen Aufschwung. Als Übungsleiterinnen kamen Frau Kluge und Frau Keller, später auch Frau Knorn, zu unserem Verein, die bis zum heutigen Tage einer personellen leistungsstarken Turnabteilung vorstehen.

1974 wurden zum ersten Mal Vereinsmeisterschaften in der Leichtathletik abgehalten. Im Fußball trat ein Leistungsabfall ein, der einen Abstieg bis zur 3. Kreisklasse zur Folge hatten. Hier wurde der sofortige Aufstieg in die 2. Kreisklasse wieder geschafft. Dieses war vor allem ein Verdienst einiger älterer Spieler, die hier in die Bresche sprangen.

1976 wurde über dem damaligen Sportring der Antrag – über den bzw. die Erneuerung des Sportplatzes – gestellt. Im folgenden Jahr stellte G. Kehde, nach 20-jähriger Vorstandsarbeit, sein Amt zur Verfügung. Mit ihm schieden auch einige langgediente Vorstandsmitglieder der Vereinsführung aus. Es trat eine jüngere Mannschaft in den Vereinsvorstand. H.H. Kopsieker übernahm 1978 das Amt des Vorsitzenden. Georg Kehde wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Außerdem wurde Wolfgang Fröscher zum Geschäftsführer gewählt, ein Amt, das er noch heute ausübt.

1978 wurde das leidige Thema Sportplatz vor Ort, unter Anwesenheit von Vorstandsmitgliedern, Vertreter von Verwaltung und Rat, sowie dem Sportdezernenten der Bezirksregierung, diskutiert und mit einem positiven Abschluss versehen. Der Platz sollte drainiert und geebnet werden. Die damaligen Kosten sollten 360.000,– – 400.000,– DM betragen.

Eine Korbballabteilung wurde in diesem Jahr gebildet; unter der Leitung von Regina Müller. 1981 wurde das Sporthaus renoviert, Warmwasser, Spülaborte und Heizung eingebaut, sowie der Geräteraum am Sportplatz in einer Holzkonstruktion errichtet. Das Material lieferte die Stadt Lemgo.

Die 1978 zugesagte Sportplatzerneuerung tat sich schwer. Der Platz wurde, durch seitliches Abtragen und Auffüllen im Mittelstreifen, durch Vereinsmitglieder, vorläufig wieder hergerichtet. Im Jahre 1982 musste ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Der bisherige 2. Vorsitzende Günter Bobe übernahm dieses Amt, in Zusammenarbeit mit dem bereits im Vereinsleben erfahrenen Geschäftsführer Wolfgang Fröscher und dem Kassierer Harald Bröker.

In Sachen Sportplatz tat sich bis zum Jahre 1986 – seitens der Verwaltung – wenig. Im Frühjahr 1986 bereiste der Sportausschuss die einzelnen Sportplätze, u.a. auch den in Kirchheide. Dabei kam man zu der Ansicht, dass die Mergelkuhle in einem unzumutbaren Zustand ist. Um eine 100 m – Laufbahn, sowie eine Kugelstoßanlage zu errichten, reicht das Gelände nicht aus.

Von Seiten des Vorstandes des TSV Kirchheide wurde ein neues Gelände in Nähe der Grundschule dem Sportausschuss vorgeschlagen. Später kam seitens des Ortsausschusses ein weiteres Gelände in der Nähe der Schule hinzu. Somit konnten nunmehr der Rat und die Verwaltung tätig werden.

Im Spieljahr 1985/86 schaffte die 1. Fußballmannschaft – ohne eine Niederlage – den Aufstieg in die A-Klasse und belegte den Abschluss des 1. Spieljahres einen hervorragenden 3. Platz.

Den Sportplatz betreffend wurden seitens des Sportausschusses und Vertretern des Sportvereins 2 Sandrasenplätze in Steinheim und Hannover besichtigt. Ende 1987 waren insgesamt 4 Standorte von der Verwaltung ins Auge gefasst, einer davon im Badeanstalt Bereich, sowie die alte Anlage Mergelkuhle mit einer kleinen Drehung.

Im Jahre 1990 richtete der TSV Kirchheide anlässlich der 800-Jahrfeier der Stadt Lemgo die Deutschen Meisterschaft im Feldkorbball aus. Gespielt wurde, trotzt schlechten Wetters, an 2 Tagen in Lemgo, Sportplatz Lemgo-West.

Hinsichtlich Sportplatzneubaus kam ab 1989 wieder Bewegung in die Sache. Es wurde ein Grundstück in Grundschulnähe gekauft und im September 1991 war Baubeginn.

Einweihung des Platzes, ohne Sporthaus, erfolgte am 26.08.1992

In der folgenden Spielserie schaffte die 1. Fußballmannschaft überraschend den Aufstieg in die Bezirksklasse. Dort hielt sich ganz gut, musste aber trotzdem am Ende der Saison in den sauren Abstiegsapfel beißen, als man in einem denkwürdigen Entscheidungsspiel erst im Elfmeterschießen gegen SuS Lage II verlor.

Anfang 1995 wurde erstmals über das erforderliche Sporthaus am Westhang diskutiert und zu Papier gebracht. Die Planung und Ausführung lag in den Händen des TSV mit entsprechenden Eigenleistungen von insgesamt ca. 5.000 Std.

Baubeginn war Frühjahr 1996, Fertigstellung im Herbst 1997, bei 286.00,– DM Fremdfinanzierung

Im Januar 1998 trat der 1. Vorsitzende Günter Bobe nach 15-jähriger Arbeit zurück. Es wurde Thomas Emminghaus als 1. Vorsitzender gewählt.

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Kirchheide, im Februar 1998